"Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir." So heißt es in der Jahreslosung 2013 (Hebräer 13,14). Dieser Vers hat uns begleitet und inspiriert, als wir vor den Überlegungen standen: Wie soll sie heißen, unsere Hessentagskirche in Kassel: In einer Stadt, die in diesem Jahr auf eine 1100jährige Geschichte zurückblickt und die sich die Frage stellt: Wie soll das Leben in dieser Stadt in den kommenden Jahren aktiv gemeinsam gestaltet werden? Der Blick zurück ist auch ein Blick nach vorn. Dies gilt auch für die Karlskirche, unsere Hessentagskirche. Sie hat eine besondere Tradition: Hugenotten waren es, die sie bauten: Flüchtlinge, die auf dem Weg waren und auf der Suche nach einer neuen Heimat. Sie fanden sie in Kassel mit der Unterstützung des Landgrafen Karl, der ihnen seinen Garten als Ort für den Kirchenbau zur Verfügung stellte. Auch heute noch ist die Karlskirche geprägt von dieser Tradition: offen, international und gastfreundlich. Was liegt also näher, als an diesem Ort zurück und nach vorn zu blicken und zu fragen: Was trägt uns in die Zukunft? Wie können wir sie aktiv gestalten? Wo finden wir Anregungen, die wegweisend sind für eine lebensfreundliche Umwelt und Gesellschaft.

Geistliche Impulse am Mittag und zum Tagesausklang gehen diesen Fragen ebenso nach wie Talks mit Zukunftsforschern, Journalisten und jungen Menschen unterschiedlicher Religionen: Schwerpunkte werden die Fragen nach Be- oder Entschleunigung, dem Miteinander der Generationen, dem Leben im digitalen Zeitalter und dem, was uns wichtig und heilig ist, sein.

Dies alles geschieht in der zur Zukunftskirche umgestalteten Karlskirche: Die Kasseler Künstlerinnen Susanne Minke und Rana Matloub nehmen uns hinein in einen mit Video- und Toninstallationen einzigartig gestalteten Raum. Auch sie gehen in ihrer künstlerischen, raumfüllenden Inszenierung und besonderen Altargestaltung der Frage nach: Was trägt uns in die Zukunft? In ihrem kreativen Prozess befassen sie sich mit den Versen des 23. Psalms, deren Bildwelten und Verheißungen, und befragen sie auf ihre Aktualität und Sprachfähigkeit in aktuellen gesellschaftlichen Kontexten.